Was Ermittler heute schon tun können:

- Die Staffel "Landwirt sucht Liebling" HIER anschauen. In der heutigen Folge hat sich herausgestellt, dass Hagen Resi vom Hof schickt. So traurig.

- Das Kreuzwort-Sudoku lösen und dabei schon zum ersten Mal die Chance auf schöne Preise bekommen.

Und hier ist das 1. Kapitel für alle, die nicht mehr warten möchten:

1. Kapitel: Freitag, 19. September

Nun sollte er tatsächlich auch noch traurig gucken und winken, als Resi mit ihrer Tochter und den Rollkoffern, die auf dem Kopfsteinpflaster bullerten, den Hof verließ.

Die heulte doch tatsächlich! „Er hat mir’s Herz gebrochen“, jaulte sie fränkisch, während der Moderator mit dem Mikrofon neben ihr herging und komische bedauernde Laute von sich gab. „Oh, ach Resi! Du wirst schon noch den Richtigen finden“, tönte Werner Wieczokeit mit dieser schleimigen Stimme, die Hagen so auf den Keks ging.

Nun forderte der Regisseur Resi auf, stehenzubleiben, sich noch einmal umzuschauen und in die Kamera zu sagen: „Hier hätte ich glücklich werden können!“
Hagen lief ein Schaudern über den Rücken. Nicht mit ihm.

Hagen war froh, als das Fernsehteam vom Grundstück verschwunden war. Dass es so anstrengend sein würde, eine Frau auf dem Hof zu haben hatte er ja nicht geahnt. Und dann dieser Wieczokeit!
Hagen war endgültig geheilt von seinem sowieso nur schwach aufkeimenden Wunsch, die Frau für’s Leben zu finden.
War ja auch eigentlich Hanna, die sich Hilfe im Haushalt wünschte.
„Das kannse vergessen. Nicht mit mir“, dachte Hagen, der zur Entspannung in den Stall ging. Und die Sache mit dem Hoferben, nun ja...

Ein Mittagsschläfchen im Stroh war doch wirklich ein schöner Zeitvertreib.
Nicht einmal das war mit der Resi möglich. Die ganze Zeit hatte sie neben ihm gesessen und in dieser komischen Sprache davon geplappert, wie schön es auf dem Hof sei und wie wohl sie sich fühle.
Dabei konnte doch kein Mensch schlafen.

Hagen legte sich mit einem Seufzer in den Strohhaufen, der von der Herbstsonne gewärmt wurde. Mit einem besonders kräftigen Halm putzte er sich die Reste des Mittagessens aus den Zähnen und holte mit einem zweiten Halm auch gleich noch die Erde unter den Fingernägeln weg.

„Stroh“, dachte er, „ist was ganz Besonderes. Was man damit alles machen kann!“
Mit geschlossenen Augen, satt von Hannas herrlichem Schnippelbohneneintopf, lauschte er den Geräuschen der Kühe, die gemütlich schnaubten. Während der Hund zu seinem Füßen schon zufrieden schnarchte, konnte Hagen nur glücklich feststellen: „‘N besseres Leben gibt es ja wohl nicht.“

Kurz stellte er sich vor, er müsste nach dem Mittagsschlaf zu Frau und Stieftochter in die Wohnung zurückkehren. Diese komischen Knödel essen, die Resi dauernd statt schöner Bratkartoffeln machte. Das Gefiepe mit anhören, wenn Resis Tochter wieder irgendwas auf dem Handy spielte.

Und diese enttäuschten Blicke, wenn sie kokett fragte: „Magst mir den Rücken massieren?“ und er antwortete „Nee, hab ich keine Lust zu.“

Vor „Landwirt sucht Liebling“ hatte er seinen Cousin Herbert noch beneidet - obwohl an der dünnen Hella wirklich nicht viel dran war und ihm die dralle Resi viel besser gefallen hatte. Doch jetzt bedauerte er Herbert nur noch. Wie der das wohl den ganzen Tag aushielt?

Mit dem Gedanken, dass der Kelch eines anstrengen Ehelebens gerade noch einmal an ihm vorübergegangen war, schlief Hagen grinsend ein.

Hagen Hanfkötter hatte zu diesem Zeitpunkt noch 52 Stunden zu leben.

Gestern kochte Resi in Hanfkötters Küche noch Apfelmus für die Hochzeitsfeier - heute ist alles vorbei.